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Heimische Vogelwelt

Vögel in Feld und Flur - Die Bachstelze

Bachstelzen sind durch ihre kontrastreiche schwarz-weiß-graue Färbung gut zu erkennen. Sie gehören zur Familie der "Stelzen und Pieper" und werden etwa 18 cm groß. Oft erkennt man ihre Anwesenheit auch durch ihr wiederholtes "zwiwit"-Rufen.

Der deutsche Name drückt ihre Vorliebe zur Wassernähe aus, jedoch ist die Bachstelze außer im Wald fast überall in unserer Kulturlandschaft anzutreffen, meist am Boden, z.B. auf Feldwegen, Äckern, Brachland, gemähten Wiesen oder Rasenflächen in Parks oder Gärten, wo sie nach Insekten Ausschau halten.

Treffender ist der englische Name "wagtail" (Wippschwanz), denn die Bachstelze verfügt über die Angewohnheit, die meiste Zeit unermüdlich mit ihrem langen Schwanz auf- und ab zu wippen.

Welchen Sinn dieses Schwanzwippen hat, ist nicht geklärt, eine Vermutung ist, potentiellen Angreifern die eigene Wachsamkeit zu signalisieren. Selbst das Flugbild ist nicht geradlinig, sondern verläuft wellenförmig, indem sich die Bachstelze sich in kurzen Abständen mit angelegten Flügeln abwechselnd leicht fallen lässt, um dann wieder flatternd etwas aufzusteigen.

Bezüglich des Nistplatzes sind Bachstelzen nicht wählerisch. Sie benötigen lediglich eine "Nische mit Ausblick", z.B. einen Holz-, Steinhaufen oder Ziegelstapel oder Mauernischen, zur Not werden aber auch Nester am Boden angelegt, solange z.B. hohes Gras nicht die Sicht verdeckt. Gerne nehmen sie auch künstliche Halbhöhlenkästen im eigenen Garten an, auch wenn diese häufiger von Hausrotschwänzen belegt werden, ab und an nisten Bachstelzen selbst auf Balkonen oder auf Fensterbänken.

Bachstelzen sind wegen ihrer Anspruchslosigkeit sehr häufig und gelten in ihrem Bestand als nicht gefährdet, weitaus seltener sind hingegen ihre gelb eingefärbten Verwandten, die Gebirgsstelze (die man mit Glück am Ufer des Kraichbachs sehen kann) und die Schafstelze (bevorzugt feuchte Wiesen in Gewässernähe, z.B. Wagbachniederung).

In der japanischen Mythologie ist die Bachstelze übrigens ein Fruchtbarkeitsymbol, denn die Gottheiten Izanagi und Izanamit sollen, nachdem sie eine Bachstelze beobachtet haben, die japanischen Inseln geschaffen haben.



Bachstelze (Foto: R.Lorch)

Vögel in Feld und Flur - Der Stieglitz

Der Stieglitz ist ein sehr farbenfroher und unverwechselbarer Vertreter der Finkenfamilie. Besonders markant ist die schwarz-weiß-rote Kopffärbung, aber auch sein breites gelbleuchtendes Flügelband, das sich deutlich vom braun-weiß-schwarzen Körper absetzt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich dabei nur unwesentlich.

Der Name Stieglitz kommt aus dem polnischen "Szczygiel" (ausgesprochen Schtügil) und bezieht sich lautmalerisch auf den Gesang, der meist mit schnellen und hohen Trillern garniert ist.

Die alternative Bezeichnung Distelfink legt hingegen das Augenmerk auf seine Vorliebe für Disteln, deren Samen er offensichtlich besonders gerne verzehrt und auf denen er oft anzutreffen ist.

Überhaupt ist der Distelfink vorwiegend Vegetarier und ernährt sich fast ausschließlich von Samen, die er mit seinem Schnabel geschickt aus den Fruchtständen klauben kann. Im Gegensatz zu anderen Singvögeln ändert er diese fleischlose Ernährung selbst nicht während der Aufzucht der Jungvögel, allenfalls stehen ab und an Blattläuse auf der Speisekarte.

Beim Nestbau bevorzugt der Stieglitz die Baumkrone, gerne auf Obstbäumen wie Apfel, Pflaume und Kirsche. Die artenreichen Streuobstwiesen Bad Schönborns und die abwechslungsreiche offene Kulturlandschaft bieten hierbei ideale Bedingungen für den Stieglitz, so dass man ihn hier auch oft beobachten kann. Der Stieglitz ist aber auch in Parkanlagen, Brachflächen und Waldrändern ein häufiger Gast.

Da Stieglitze gesellige Tiere sind, fliegen sie oft in Trupps umher und brüten gerne in Gemeinschaften. Revierkämpfe gibt es hier nur rund um das Nest, die Nahrungsgebiete werden mit den Artgenossen geteilt.

Der Stieglitz wurde 2016 zum Vogel des Jahres gewählt, um auf den Strukturverlust in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen, dennoch gilt der Stieglitz derzeit im Bestand als nicht gefährdet.

Leider werden Stieglitze in manchen EU-Ländern immer noch wegen des schönen Gesangs und der Farbenpracht illegal in der freien Natur gefangen.

In der Mythologie steht der Distelfink übrigens wegen seiner Vorliebe zu den dornenreichen Disteln für die Passion Christi. Mit der Darstellung des Vogels in Marienbildern, oft in der Hand des Jesuskindes, wird diese bereits unblutig angedeutet, z.B. bei Werken von Rafael und Giovanni Battista Tiepolo ("Madonna mit dem Stieglitz").



Stieglitz (Foto: R.Lorch)

Vögel in Feld und Flur - Die Goldammer

Goldammern kann man in der Gemarkung von Bad Schönborn sehr häufig beobachten. Erkennbar sind sie an der knallgelben Farbe des Kopfes und des Brustgefieders, das über mehr oder weniger braune Einsprengsel verfügt, und dem rotbraun-schwarz gestreiftem Rückengefieder. Oft verraten sie ihre Anwesenheit aber durch ihren auffälligen Gesang "Tititititi--Tüüüüüüüü", selbst in den Mittagstunden. Dabei sitzen sie gerne auf hoch exponierten Stellen, z.B. auf Baum- oder Strauchspitzen oder auf herausragenden Zweigen. Der Volksmund will in ihrem Gesang ein "Wie, wie hab ich dich so liiiiiiiieeeb" erkennen und nennt die Goldammer auch Gelbling oder Bauernkanari. Die Goldammer ist hierzulande die häufigste Ammernart, seltener sind ihre Verwandten Rohrammer, Grauammer, Zippammer oder Zaunammer. Ammern gehören zu den Sperlingsvögeln und verfügen wie die Finken über einen kräftig ausgeprägten kegelförmigen Schnabel. Dieser dient dazu, Samenkörner zu knacken, die ihre Hauptnahrung darstellen und die sie selbst im Winter ausreichend finden. Daher sind zumindest die Goldammern auch Standvögel und können gelegentlich auch am Futterhaus beobachtet werden. Während der Versorgung ihres Nachwuchs, der aus 3-5 Jungvögeln besteht, stellen sie jedoch ihre Ernährung um, dann kommen hauptsächlich Insekten, Spinnen und andere Wirbellose auf die Speisekarte. Goldammern gelten als Kulturfolger, sie lieben die abwechslungsreiche offene Kulturlandschaft, sofern diese über ausreichende Feldgehölze, Hecken und Büsche verfügt. Dazu gehören auch Streuobstwiesen, Brachflächen und Waldränder. Wegen der Intensivierung der Landwirtschaft sind die Bestände heute jedoch wieder rückläufig, Frankreich, Belgien und Holland melden sogar starke Rückgänge. In Deutschland steht die Goldammer seit 2015 auf der Vorwarnliste. 1999 wurde die Goldammer zum Vogel des Jahres gekürt und ziert seit letztem Jahr das Motiv einer 70ct-Sonderbriefmarke.



Goldammer (Foto: R.Lorch)

Die Dorngrasmücke

Wer in diesen Tagen mit offenen Augen und Ohren in der Natur wandert, der kann mit etwas Glück eine Dorngrasmücke beobachten. Hierbei handelt es sich entgegen ihres Namens nicht um ein Insekt, sondern um eine 13-15cm große Singvogelart in der Ordnung der Sperlingsvögel. Was der Name jedoch richtig wiedergibt, ist der bevorzugte Lebensraum, denn Dorngrasmücken benötigen Dornenhecken in offener Graslandschaft, sie sind aber auch an Waldrändern oder Bahndämmen anzufinden. Das Männchen ist dabei sehr gut am grauen Kopf, dem weißen Augenring und der weißen Kehle zu erkennen, deren Federn sich beim Gesang typischerweise kropfartig aufstellen. Die Flügelenden (Schirmfedern) sind rostbraun gefärbt. Das Weibchen hat hingegen einen braungetönten Kopf und ist eher selten zu beobachten. Dorngrasmücken bauen ihre Nester bodennah im Schutz von Dornenbüschen und Gestrüpp und bebrüten in der Regel 4-5 Eier. Verschiedene Warten in der Nähe des Nestes werden vom Männchen regelmäßig angeflogen, der Gesang besteht aus schnellen kurzen sich wiederholenden Tonfolgen. Die Ernährung besteht vorwiegend aus weichfleischigen Insekten, gelegentlich auch aus Beeren. Während die Männchen gerne auf den exponierten Stellen wie Buschspitzen oder herausragenden Dornentrieben singen, sind sie mit einem einfachen Fernglas oft bereits von Feldwegen aus sehr schön zu beobachten. Die Dorngrasmücke gilt derzeit als nicht als gefährdet, doch gab es Anfang der Siebziger Jahre einen heftigen Bestandseinbruch, von dem sie sich bis heute nicht vollständig erholt haben. Auslöser war eine schwere Dürre in der Sahelzone, wo die Tiere überwintern. Heute gilt es vor allem, ihren Lebensraum in unseren heimischen Brutgebieten zu erhalten und die offene Landschaft nicht weiter auszuräumen, sondern durch Dornenhecken und Feldrandgehölze aufzuwerten. Bekannte andere Grasmückenarten sind die ähnlich aussehende Klappergrasmücke (kürzerer Schwanz, hellere Brust, dunkle Beine), die Gartengrasmücke und die Mönchsgrasmücke.

Die Bilder entstanden auf einem naturnahen Grundstück im Weinberg von Bad Langenbrücken.



Dorngrasmücke (Foto: R.Lorch)



Dorngrasmücke (Foto: R.Lorch)



Dorngrasmücke (Foto: R.Lorch)

 

   

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